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Die völkische Verwurzelung der Wissenschaft. (Typen mathematischen Schaffens.). (German) JFM 66.0024.02
S.-B. Heidelberger Akad. Wiss., math.-naturw. Kl. 1940, Nr. 5, 31 S. (1940).
Im weiteren Verfolg der psychologischen Studien der Marburger Schule (s. insbes. E. R. Jaensch-F. Althoff, Mathematisches Denken und Seelenform, Leipzig 1939; F. d. M. 65), die schon die Grundlage für die Betrachtungen über die Stilarten mathematischen Schaffens aus dem Jahr 1934 waren (L. Bieberbach, S.-B. Preuß. Akad. Wiss. Phys.-math. Kl. 1934, 351-360; F. d. M. 60\(_{\text{I}}\), 27), skizziert Verf. den heutigen Stand der Typenlehre. Die dem deutschen Wesen artgemäßen “Integrationstypen” sehen die mathematischen Gegenstände in ihrer organischen Einheit und natürlichen Entwicklungsform als die Grundlage ihres Schaffens an. Der \(J_1\)-Typ (Romantiker: Euler, Klein) geht ganz im Stoff und seiner Fülle auf, der \(J_2\)-Typ (Klassiker: Kepler, Gauß) macht ihn zur Grundlage seiner weltanschaulichen Haltung, der \(J_3\)-Typ (kritischer Systematiker: Galilei, Weierstraß) sucht ihn willensmäßig zu überblicken und einheitlich zu formen. Deutscher Art wesensfremd, ja irreführend und daher gefährlich ist der “Strahltyp”, der den Gegenstand als etwas Totes empfindet, das sich spielerisch und mosaikartig ganz nach dem Ermessen des Bearbeiters zusammensetzen ließe, und die formalen Gesichtspunkte maßlos übersteigert.