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Mathematisches Denken und Seelenform. (German) JFM 65.1093.01
160 S. Leipzig, Johann Ambrosius Barth (1939).
Die Schrift enthält einen einleitenden Aufsatz von E. R. Jaensch: Vorfragen der Pädagogik und völkischen Neugestaltung des mathematischen Unterrichtes, sowie die Dissertation von F. Althoff: Mathematisches Denken und Seelenform. Die Dissertation von Althoff weist an dem Schülermaterial einer Marburger Schule und an einigen Studierenden verschiedene Typen mathematischen Verhaltens auf, die mit dem allgemeinen seelischen Verhalten der Versuchspersonen harmonieren. Dabei zeigt sich bei den Schülern rein deutscher Abstammung ein Vorherrschen der \(J\)-Typen, während die \(S\)-Typen nur bei Schülern fremden Bluteinschlages beobachtet werden. Die Terminologie ist die der Jaenschschen Typenlehre. Der Unterschied ist kurz der, daß die \(S\)-Typen ihre Theorien in der Wirklichkeit wiederzufinden suchen, während die \(J\)-Typen ihre Theorien an der Wirklichkeit gestalten, indem sie dabei mit variierender Selbständigkeit und Wertung der Wirklichkeit gegenüberstehen. Wenn auch das von Althoff beigebrachte Material interessiert und anregt, so vermißt man doch eine ernstliche Bearbeitung und methodische Sichtung. Der Aufsatz von Jaensch bringt einiges über große Mathematiker zum Aufweis der verschiedenen Typen, zieht aber vor allem die pädagogischen Folgerungen aus dem Vorherrschen der \(J\)-Typen unter unseren Schülern: nämlich die Pflege des arteigenen Denkens, wozu der mathematische Unterricht wegen des besonderen Charakters des mathematischen Denkens vor allem berufen erscheint.
Ausführlichere Besprechung in der Deutschen Literaturzeitung 1940.