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Theorie des lichtelektrischen Effektes vom Standpunkte des Wirkungsquantums. (German) JFM 44.0974.01
“Um unsere Auffassung in vorläufiger Form zu charakterisieren, stellen wir sie den beiden bisher ausgebildeten Anschauungen von der Natur des lichtelektrischen Effektes gegenüber: der Vorstellung einer auf Resonanzwirkung beruhenden Auslösung der Elektronen durch die auffallende Strahlung, bei der die Elektronenenergie vor dem Auffallen der Strahlung bereits im Atom vorhanden ist (Lenard), und der Lichtquantenhypothese, bei der die Elektronenenergie der wirkenden Strahlung entstammt (Einstein).”
“Dem ersteren Standpunkt entsprechend betrachten auch wir einen Resonanzvorgang, bei dem das Elektron durch die elektrischen Kräfte der auffallenden Welle in Bewegung gesetzt wird, unter denselben einfachen Bedingungen, die sich in der Dispersionstheorie berührt haben. Dabei bestimmen wir aber die Dauer dieses Resonanzvorganges, die Akkumulationszeit \(\tau,\) aus der Hypothese des Wirkungsquantums; sie wird um so länger ausfallen, je kleiner die auffallende Intensität ist. Hierdurch wird die Anhäufung einer Energiemenge ermöglicht, die unabhängig ist von der Intensität des Lichtes und von seiner Wirkungsdauer und die Größenordnung der beobachteten lichtelektrischen Energie hat. Wir brauchen also nicht auf die Energie des Atoms zurückzugreifen, sondern sehen als Quelle der lichtelektrischen Energie die primäre Strahlung an. In dieser Hinsicht nähern wir uns also dem zweiten der genannten Standpunkte, ohne deshalb nötig zu haben, über die Struktur der Strahlung neue Voraussetzungen zu machen. Auch sonst stimmen unsere Resultate wesentlich mit denen der Lichtquantenhypothese überein.”
Nach der Wiedergabe dieser der Einleitung der Abhandlung entnommenen Stelle müssen wir uns auf die Wiedergabe der Disposition dieser umfangreichen Abhandlung beschränken. \(\S\) 1. Einleitung und Allgemeines. I. Monochromatisches Licht. \(\S\) 2. Vollkommene Resonanz zwischen auffallender Welle und Eigenschwingung. \(\S\) 3. Unvollständige Resonanz. \(\S\) 4. Die Kurven der Wirkung und der kinetischen Energie. \(\S\) 5. Ergänzungen und Modifikationen. \(\S\) 6. Einfluß der Dämpfung. II. Natürliches Licht. \(\S\) 7. Allgemeiner Ausdruck für die durch natürliches Licht erzeugte lichtelektrische Energie und die zugehörige Akkumulationszeit. \(\S\) 8. Schwankungen der Energie und der Akkumulationszeit \(\S\). 9. Nachträgliche Berechnung zweier Integrale. \(\S\) 10. Zusammenfassende und kritische Bemerkungen zu der vorgetragenen Theorie. Vergleich mit der Erfahrung.
Aus \(\S\) 10, S. 923; “Die Haupteigenschaft unseres analytischen Mechanismus ist diese: Das Atom ist ein in sich abgeschlossenes System, das aus den umgebenden Feldern mittels eines resonierenden Elektrons Energie aufspeichern kann. Wann diese Abgeschlossenheit durchbrochen wird und aus dem Atominnern Energie nach außen abgegeben wird, bestimmt die Konstante \(h.\) Die physikalische Bedeutung von \(h\) wäre hiernach die, daß \(h\) bestimmt, wann eine quasielastische Bindung gesprengt oder ein Ventil am Atom geöffnet wird. Von der eventuellen Strahlungsdämpfung abgesehen, geschieht vermöge dieser Ventilwirkung die Energieabgabe diskontinuierlich und quantenhaft.”

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