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Die molekulare Wärmeleitung der Gase und der Akkomodationskoeffizient. (German) JFM 42.0988.03

Der nach Kundt und Warburg für den Wärmeübergang notwendige Temperatursprung zwischen fester Wand und Gas war von Smoluchowski (Ann. der Phys. (3) 64, 101, 1898) bei Versuchen für Wasserstoff größer gefunden als für Luft. Ferner hatte der Verf. bei Untersuchungen über Radiometerkräfte festgestellt, ebenso Soddy und Berry bei Bestimmungen über Wärmeleitung, daß auffallenderweise bei niedrigen Drucken die Gase nicht so gut wärmeleitend sind, wie man nach der kinetischen Theorie erwarten sollte. Zweck der Arbeit ist nun die Untersuchung, ob gewisse Vorstellungen über das kinetische Verhalten zwischen den Molekülen des Gases und des festen Körpers die fraglichen Abweichungen erklären können, daß Übereinstimmung der Versuchsergebnisse mit der Theorie erzielt wird.
Es wird zunächst die Theorie der molekularen Wärmeleitung der Gase zwischen absolut rauhen Flächen behandelt und bei den Übergängen zu unvollständig rauhen Flächen der Akkomodationskoeffizient eingeführt, der ein Kennzeichen für die gegenüber der bisherigen Theorie zu geringe Geschwindigkeit der die warme Platte (Wärmeübergang von Platte zu Platte durch Gas) verlassenden Moleküle darstellt und ebenso für die zu große Geschwindigkeit der die kalte Platte verlassenden. Zu den sehr eingehenden Versuchen zur Bestimmung der wirklichen Wärmeüberführung wurden zwei konzentrische Zylinderflächen angewendet (Glasröhren, die innere durch Platinspirale elektrisch geheizt, die äußere von weniger als 1 cm Durchmesser). Ergänzende, ebenfalls sehr sorgfältige Messungen betrafen den verschiedenen Einfluß der Wärmeleitung der Platinspirale. Der weitere wesentliche Inhalt der Arbeit bezieht sich auf den Wert des Akkomodationskoeffizienten bei verschiedenen Gasen und verschiedenen Oberflächen, bei Wärmeleitung unter höherem Druck usw.

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