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On the propagation of tremors over the surface of an elastic solid. (English) JFM 34.0859.02
Mit Rücksicht auf den vorstehend wiedergegebenen Auszug in Nature (JFM 34.0859.01) fügen wir hier einen Überblick über die Resultate hinzu, die am Schlusse der Abhandlung zusammengestellt sind.
Das Problem der seismischen Erschütterungen an der Erdoberfläche ist idealisiert worden, um der Rechnung zugänglich zu sein. Zunächst ist das Material kompakt und homogen angenommen, damit man die Eigenschaften des isotropen elastischen Körpers wirklich habe. Außerdem ist die Krümmung der Oberfläche vernachlässigt. Endlich ist statt einer von einem inneren Punkte ausgehenden Störung vornehmlich der Fall eines senkrecht gegen die Oberfläche ausgeführten Stoßes betrachtet. Unter diesen Bedingungen breitet sich die Störung über die Oberfläche in der Gestalt eines ringförmigen Wellensystems aus. Die anfängliche Gestalt dieses Systems hängt von der Art des ursprünglichen Stoßes ab; ist dieser aber von beschränkter Dauer, so entwickelt das System allmählich eine charakteristische Form, die durch drei hervorspringende Züge gekennzeichnet werden, welche mit den für rotationslose, volumengleiche und Rayleighsche Wellen passenden Geschwindigkeiten sich ausbreiten. Wenn das so entstandene Wellensystem über einen Punkt der Oberfläche fortschreitet, so zeigt die horizontale Verrückung zuerst eine einzelne gut markierte Schwingung, der eine Periode verhältnismäßiger Beruhigung folgt, und danach eine zweite Schwingung, die der Epoche der Ankunft der volumengleichen Wellen entspricht. Dieses Stadium bildet das “kleinere Beben”; das Hauptbeben erfolgt mit Ankunft der Rayleighschen Welle. Ähnlich verhalten sich die vertikalen Verrückungen.
Bei dem Vergleiche der vom Verf. entworfenen theoretischen Kurven mit den von Seismographen registrierten werden zwei starke Abweichungen sichtlich. Zunächst zeigen die ersteren nichts, was den langen Folgen der hin- und hergehenden Schwingungen entspricht, welche den letzteren eigentümlich sind. Es hat den Anschein, daß derartige Angaben, insofern sie Tatsächliches und nicht dem Apparate Zugehöriges wiedergeben, einer Folge ursprünglicher Stöße zuzuschreiben sind. Sodann gibt die Theorie vertikale und horizontale Bewegungen der nämlichen Größenordnung, und in dem Falle der Rayleighschen Wellen, wo eine entscheidende Vergleichung gemacht werden kann, ist sicherlich der vertikale Ausschlag der größere. Die Beobachtungen dagegen bringen eine verhältnismäßig kleine vertikale Bewegung heraus. Von Seismologen wird jedoch die Richtigkeit der Angaben ihrer Instrumente in dieser Beziehung beargwöhnt.

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